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Kirche Dosdorf: Die Mausohren sind wieder da!

Liebe Fledermausfreunde,

welch tolle Nachricht aus Dosdorf: Die Mausohren sind wieder

da!

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten am Kirchturm in

Dosdorf haben die Großen Mausohren jetzt ihr Quartier wieder bezogen.

Diesen Erfolg ermöglicht haben die jahrelangen und gründlichen Planungen der UNB Ilm-Kreis, der FMKOO, der IFT und der Stiftung FLEDERMAUS sowie die Bereitstellung der Fördermittel aus dem Eurpäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und Mitteln des Freistaats Thüringen.

Über die letzte Wochenstubensaison hinweg konnten die Mausohren durch behutsame schrittweise Veränderungen an eine neue Flugroute durch den Turm gewöhnt werden, die durch die kommende Sanierung notwendig wurde. Damit waren alle Vorbereitungen getroffen, um eine Sanierung der Kirchturmspitze möglichst fledermausverträglich durchzuführen.

Die Bauarbeiten begannen dann letzten Herbst, genau genommen wurde ab dem 16. September 2019 das Gerüst aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt hatten die rund 1.600 Mausohrweibchen samt Nachwuchs ihr Wochenstubenquartier verlassen. Am 1. Oktober konnten dann die Zimmerleute mit ihrem Werk beginnen. Die Turmspitze wurde abgedeckt, und komplett rückgebaut. Das
Fachwerk auf der Ebene des Glockenstuhls wurde überprüft und wo nötig durch neue Fachwerkbalken ersetzt. Der Glockenstuhl wurde versteift, ausgesägt, angehoben und auf einem neuen Boden wieder abgesetzt. In dieser Zeit bot der Kirchturm einen ungewohnten, irgendwie "abgesägten"
Anblick, so ganz ohne Spitze und eingepackt in weiße Folie, die den Regen fernhielt. Im Anschluss wurde die Turmspitze mit neuen Hölzern wieder aufgebaut, und der Turm verschalt.

Das Wochenstubenquartier in der Spitze bekam eine zweite Verschalung von innen, um die statischen Bauelemente vor Verunreinigung durch die dort wohnenden Mausohren zu schützen. An der Decke und den Wänden wurden Hangleisten aus der alten Turminnenwand angebracht, die Hangplätze
bieten und gleichzeitig den Wochenstubenduft in das neue Quartier hineinbringen. Schließlich wurde auch die Glockenstube und das Fachwerk von innen verkleidet, um auch hier die Bauelemente und die Glocken zu schützen. Der Boden in den von den Mausohren besonders stark frequentierten Bereichen wurde mit einer PVC-Wanne ausgekleidet, damit die Feuchtigkeit
nicht in die tieder liegenden Bretter und Balken eindringt. Die darüber liegende Versschleißschicht aus OSB-Platten erleichtert die Reinigung und Beräumung des Kotes.

Mitte Februar konnte dann die Beschieferung beginnen und am 8. März  2020 wurde in einer feierlichen Atmosphäre die Turmzier samt Zeitkapsel auf der neuen Turmspitze angebracht. Nachdem die Beschieferung fertiggestellt war, wurde in der ersten Aprilwoche begonnen, das Gerüst zurückzubauen.

Was für eine Punktlandung, denn am 2. April wurden während der letzten Baubesprechung die ersten 5 Mausohren gesichtet, die den Weg in die Kirche und an die richtigen Stellen gefunden haben.

Jetzt, Mitte Mai, können wir von über 1.000 Tieren berichten, die es sich in ihrem neuen Quartier einrichten. Überwacht wird die
Wiederbesiedlung mit drei Lichtschranken von Chirotec, die dank der IFT durch Karl Kugelschafter Anfang April in den sanierten Kirchturm eingebaut wurden und uns jeden Tag Daten zu Ein- und Ausflug liefern.

Und nicht nur die Fledermäuse freuen sich über ihr neues Zuhause, auch die im Kirchturm lebenden Turmfalken haben innerhalb von Tagen ihren neuen Falkenkasten an einer der Schallluken entdeckt und bezogen. Die im Dachkasten angebrachten Einflugöffnungen für Mauersegler machen das Artenschutzschutzprojekt rund.

Ein großes Dankeschön geht an alle, die bei diesem Projekt mitgearbeitet haben! Die Kirchengemeinde in Dosdorf, das Kreiskirchenamt, das Ingenieurbüro Trabert + Partner, und vor allem die Baufirmen Schneider, Pfeiffer und Ruft, die trotz Sturmtief "Sabine" und Schlechwetterphase im Februar unermüdlich daran gearbeitet haben, die Sanierung rechtzeitig zum Wiedereinzug der Mausohren fertigzustellen. Ohne so viel Engagement wäre das nicht möglich gewesen. Danke, danke, danke! Ein Dankeschön gebührt natürlich auch der Thüringer Aufbaubank, die die ENL-Fördermittel verwaltet und das Projekt stets wohlwollend begleitet hat.

Jetzt bleibt nur noch diesen Sommer weiterhin die Wiederbesiedlung aufmerksam zu überwachen und die Einhausung einer Treppe im unteren Turmbereich fledermausverträglich vorzubereiten und dann im September, nach dem Auszug der Mausohren, auszuführen. Im Herbst ist das große Sanierungsprojekt dann abgeschlossen und wir hoffen, dass das Mausohrquartier weiterhin viele Jahre bestehen wird und jedes Jahr ein paar mehr Fledermäuse dort zu finden sind.

Miriam Borho (Stiftung FLEDERMAUS) und Andreas Mehm (UNB Ilm-Kreis)

 

Foto: Mausohren im Dachstuhl

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Kirche Dosdorf: Die Mausohren sind wieder da!

Liebe Fledermausfreunde,

welch tolle Nachricht aus Dosdorf: Die Mausohren sind wieder

da!

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten am Kirchturm in

Dosdorf haben die Großen Mausohren jetzt ihr Quartier wieder bezogen.

Diesen Erfolg ermöglicht haben die jahrelangen und gründlichen Planungen der UNB Ilm-Kreis, der FMKOO, der IFT und der Stiftung FLEDERMAUS sowie die Bereitstellung der Fördermittel aus dem Eurpäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und Mitteln des Freistaats Thüringen.

Über die letzte Wochenstubensaison hinweg konnten die Mausohren durch behutsame schrittweise Veränderungen an eine neue Flugroute durch den Turm gewöhnt werden, die durch die kommende Sanierung notwendig wurde. Damit waren alle Vorbereitungen getroffen, um eine Sanierung der Kirchturmspitze möglichst fledermausverträglich durchzuführen.

Die Bauarbeiten begannen dann letzten Herbst, genau genommen wurde ab dem 16. September 2019 das Gerüst aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt hatten die rund 1.600 Mausohrweibchen samt Nachwuchs ihr Wochenstubenquartier verlassen. Am 1. Oktober konnten dann die Zimmerleute mit ihrem Werk beginnen. Die Turmspitze wurde abgedeckt, und komplett rückgebaut. Das
Fachwerk auf der Ebene des Glockenstuhls wurde überprüft und wo nötig durch neue Fachwerkbalken ersetzt. Der Glockenstuhl wurde versteift, ausgesägt, angehoben und auf einem neuen Boden wieder abgesetzt. In dieser Zeit bot der Kirchturm einen ungewohnten, irgendwie "abgesägten"
Anblick, so ganz ohne Spitze und eingepackt in weiße Folie, die den Regen fernhielt. Im Anschluss wurde die Turmspitze mit neuen Hölzern wieder aufgebaut, und der Turm verschalt.

Das Wochenstubenquartier in der Spitze bekam eine zweite Verschalung von innen, um die statischen Bauelemente vor Verunreinigung durch die dort wohnenden Mausohren zu schützen. An der Decke und den Wänden wurden Hangleisten aus der alten Turminnenwand angebracht, die Hangplätze
bieten und gleichzeitig den Wochenstubenduft in das neue Quartier hineinbringen. Schließlich wurde auch die Glockenstube und das Fachwerk von innen verkleidet, um auch hier die Bauelemente und die Glocken zu schützen. Der Boden in den von den Mausohren besonders stark frequentierten Bereichen wurde mit einer PVC-Wanne ausgekleidet, damit die Feuchtigkeit
nicht in die tieder liegenden Bretter und Balken eindringt. Die darüber liegende Versschleißschicht aus OSB-Platten erleichtert die Reinigung und Beräumung des Kotes.

Mitte Februar konnte dann die Beschieferung beginnen und am 8. März  2020 wurde in einer feierlichen Atmosphäre die Turmzier samt Zeitkapsel auf der neuen Turmspitze angebracht. Nachdem die Beschieferung fertiggestellt war, wurde in der ersten Aprilwoche begonnen, das Gerüst zurückzubauen.

Was für eine Punktlandung, denn am 2. April wurden während der letzten Baubesprechung die ersten 5 Mausohren gesichtet, die den Weg in die Kirche und an die richtigen Stellen gefunden haben.

Jetzt, Mitte Mai, können wir von über 1.000 Tieren berichten, die es sich in ihrem neuen Quartier einrichten. Überwacht wird die
Wiederbesiedlung mit drei Lichtschranken von Chirotec, die dank der IFT durch Karl Kugelschafter Anfang April in den sanierten Kirchturm eingebaut wurden und uns jeden Tag Daten zu Ein- und Ausflug liefern.

Und nicht nur die Fledermäuse freuen sich über ihr neues Zuhause, auch die im Kirchturm lebenden Turmfalken haben innerhalb von Tagen ihren neuen Falkenkasten an einer der Schallluken entdeckt und bezogen. Die im Dachkasten angebrachten Einflugöffnungen für Mauersegler machen das Artenschutzschutzprojekt rund.

Ein großes Dankeschön geht an alle, die bei diesem Projekt mitgearbeitet haben! Die Kirchengemeinde in Dosdorf, das Kreiskirchenamt, das Ingenieurbüro Trabert + Partner, und vor allem die Baufirmen Schneider, Pfeiffer und Ruft, die trotz Sturmtief "Sabine" und Schlechwetterphase im Februar unermüdlich daran gearbeitet haben, die Sanierung rechtzeitig zum Wiedereinzug der Mausohren fertigzustellen. Ohne so viel Engagement wäre das nicht möglich gewesen. Danke, danke, danke! Ein Dankeschön gebührt natürlich auch der Thüringer Aufbaubank, die die ENL-Fördermittel verwaltet und das Projekt stets wohlwollend begleitet hat.

Jetzt bleibt nur noch diesen Sommer weiterhin die Wiederbesiedlung aufmerksam zu überwachen und die Einhausung einer Treppe im unteren Turmbereich fledermausverträglich vorzubereiten und dann im September, nach dem Auszug der Mausohren, auszuführen. Im Herbst ist das große Sanierungsprojekt dann abgeschlossen und wir hoffen, dass das Mausohrquartier weiterhin viele Jahre bestehen wird und jedes Jahr ein paar mehr Fledermäuse dort zu finden sind.

Miriam Borho (Stiftung FLEDERMAUS) und Andreas Mehm (UNB Ilm-Kreis)

 

Foto: Mausohren im Dachstuhl