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Rotmilan - Land zum LebenUN_Dekade_ausgezeichnet BfN_LogoUN_Dekade

 

Der Rotmilan (Milvus milvus) gilt als heimlicher Wappenvogel Deutschlands. Warum? Über die Hälfte aller Rotmilane lebt in Deutschland. Aus diesem Grund hat Deutschland eine besondere Verantwortung für diese Art.

Jedoch ist das Überleben der Rotmilane nicht gesichert, im Gegenteil - seit den 1990er Jahren hat die Anzahl der bei uns brütenden Paare um mehr als ein Drittel abgenommen!

Die Gründe für den Rückgang haben vor allem mit der Landwirtschaft zu tun. Eine ausgeräumte und intensiv bewirtschaftete Landschaft macht es dem Rotmilan zum einen schwer Bruthabitate zu finden, vor allem aber oft unmöglich genügend Nahrung für sich und die Aufzucht seiner Jungen zu erbeuten.

 

Umgesetzt wird das Projekt Rotmilan - Land zum Leben durch den Zusammenschluss von Landschaftspflegeverbänden und Akteuren aus Wissenschaft und Naturschutz.

Mit dem Projekt sollen diese Konfliktpunkte vor allem durch die naturschutzfachliche Beratung der Landwirte aufgegriffen und durch die gemeinsame Planung und Umsetzung praktischer Maßnahmen der Schutz und Erhalt dieser seltenen Vögel möglich gemacht werden.

 

 

Das Projektgebiet beinhaltet insgesamt ca. 1.160 ha. Für die Kartierung und Maßnahmenplanung wurde ein kleineres Gebiet von ca. 300 ha ausgewiesen.

Das ausgewählte Maßnahmengebiet umfasst das Vogelschutzgebiet SPA Nr. 17 "Ackerhügelland nördlich Weimar mit Ettersberg" mitsamt dem nördlichen und nordöstlichen Umfeld.

 

Eine besondere Rolle im Projekt spielen:

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit
 

Den Schwerpunkt der im Projekt umgesetzten praktischen Maßnahmen spielt die Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit für die Greifvögel. Denn das Nahrungsangebot- und vor allem die Nahrungsverfügbarkeit haben großen Einfluss auf den Rotmilanbestand und die mögliche Erhöhung. Da die Rotmilane vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ihre Beutetiere erjagen, muss die Nutzung den Zielen des Schutzes angepasst werden. 

 

Schwerpunkte hierbei sind:

  • der Feldfutteranbau
  • die Anlage und Bewirtschaftung von Ackerbrachen
  • die Anlage und Erhaltung von Strukturelementen im Ackerland
  • eine extensiven Dauergrünlandbewirtschaftung sowie eine
  • eine feldhamstergerechte Ackerbewirtschaftung

 

 

 

 

 

Die Brutbestandserfassung

 

Im Kontrollgebiet werden die Rotmilane beim Bau der Horste kartiert und während der Brut beringt und mit Flügelmarken versehen, um bei einem Wiedersehen- oder fang erkennen zu können, ob, wo und wann der Vogel schon einmal gefangen wurde. Die Brut wird weiterhin beobachtet, um die Entwicklung der Küken, aber auch eventuelle Ausfälle (sollten die Eier unbefruchtet sein) oder Verluste (durch Prädatoren) zeitnah aufnehmen zu können.

Neben den Altvögeln werden auch den kartierten Jungvögeln kurz vor dem Ausflug aus dem Horst ein Ring und Flügelmarken angebracht. So lässt sich über die Jahre die Entwicklung der Populationen im Gebiet nachvollziehen.

 

Neben den Ringen und Marken werden einige Rotmilane jährlich mit Sendern versehen, um genauere Informationen zu ihrem Verhalten, ihren Bewegungen bei z.B. der Nahrungssuche und den Wanderungen zu erhalten.

 

Zusätzlich werden an wenigen ausgewählten Nestern unauffällige Wildkameras angebracht, um die Fütterung der Jungtiere, das Verhalten der Vögel oder mögliche Verluste des Geleges (durch Fressfeinde) noch genauer untersuchen zu können, ohne die Tiere in ihrer Lebensweise zu beeinträchtigen. Hier hat sich gezeigt, dass Rotmilane oft Nahrung aus der menschlichen Umgebung nutzen, so sind schon Butterbrote und Koteletts auf dem "Teller" der Jungvögel gelandet (Rotmilane füttern Abfall vom Menschen).

 

 

 

 

Schutz und Erhalt der Bruthabitate

 

Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Brut der Rotmilane ist der Schutz vor Beeinträchtigungen, Störungen oder gar der Beseitigung von Horsten. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Forst hat eine große Bedeutung, da die Horstbäume oft inmitten von bewirtschafteten Waldgebieten liegen. Hierfür bietet das ELER auch in dieser Förderperiode die Möglichkeit Habitatbäume zu sichern.

 

Auch Windkraftanlagen (WKA) stellen eine mögliche Bedrohung für die Greifvögel dar. Neben dem Mäusebussard auf Platz 1 ist der Rotmilan als zweithäufigste Vogelart von Kollisionen mit Windkraftanlagen betroffen. Die Kollision mit Windrädern zählt mittlerweile zu den häufigsten direkten Todesursachen der Rotmilane, da die Milane die kurze Vegetation unter den Windrädern nutzen um zu jagen. Aus diesem Grund sind die Mindestabstände von 1.500 m von WKAs zu Brutplätzen unbedingt einzuhalten und der Umkreis von 4.000 m um Brutplätze sollte als Nahrungsraum und als Flugkorridor freigehalten werden.

Auch Hoch- und Mittelspannungsleitungen sind eine potenzielle Gefahr, da die Vögel mit den Leitungen kollidieren oder  an ungesicherten Masten tödliche Stromschläge erleiden können. Auffällige Markierungen bzw. die sichere Isolierung der Masten können diese Gefährdung jedoch reduzieren.

 

Ein weiterer Grund für mögliche Brutverluste sind Prädatoren oder Fressfreinde. Habicht, Uhu, Baummarder oder auch Waschbären können ein für den Moment unbewachtes Nest ausrauben und die Jungtiere töten. Um den tatsächlichen Einfluss der kletternden Prädatoren, wie dem Waschbären, erkennen und mögliche Maßnahmen zum Schutz des Gelege finden zu können, wurde im Jahr 2016 damit begonnen ausgewählte Brutbäume mit Baummanschetten zu versehen, an denen Prädatoren nicht herauf klettern können.

 

 

Maßnahmen zur Verbesserung von Bruthabitaten
 

Um den Rotmilanbestand langfristig erhalten zu können, werden die bestehenden Habitate geschützt und erhalten. Im Gebiet jedoch bilden die einzigen potenziellen Bruthabitate monotone Baumreihen, welche oft zum Großteil aus Hybridpappeln bestehen und die Überbleibsel der Windschutzpflanzungen aus Zeiten der DDR darstellen. Diese jedoch sind zunehmend überaltert und werden anfällig für Krankheiten und Windbruch und gehen nach und nach verloren. So werden die Bedingungen für den Rotmilan zusätzlich erschwert. Aus diesem Grund wird für das Projekt versucht die Strukturen umzuwandeln und Neupflanzungen vorzunehmen. Zusätzlich wird dies im Gebiet über beispielsweise Projekte des ENL zur langfristigen Sicherung des Angebots von Nistmöglichkeiten für den Rotmilan erreicht.

 

 

 

 

 

 

Projektpartner:

 

DVL - Deutscher Verband für Landschaftspflege (Gesamtkoordination)

 

 

DDA - Dachverband Deutscher Avifaunisten (Wissenschaftliche Untersuchung zu Nahrung, Brutrfolg und Raumnutzung sowie Evaluation der Schutzmaßnahmen)

 

Deutsche Wildtier Stiftung (Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation nach außen)

 

Neun Praxispartner vor Ort in sieben Bundesländern für die Naturschutzfachliche Beratung der Landnutzenden und Erfassung des Brutbestandes:

Biologische Stationen Rhein-Berg und Oberberg

Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V.

Kurt und Erika Schrobach-Stiftung

LPV Mittelthüringen e.V.

LPV LK Göttingen e.V.

LPV Mencklenburger Endmoräne e.V.

LPV Nordwestsachsen e.V.

LPV Sternberger Endmoräne e.V. und

LPV Uckermark-Schorfheide e.V.

 

 

 

 

Gefördert wird das Projekt durch:

 

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Rotmilan - Land zum LebenUN_Dekade_ausgezeichnet BfN_LogoUN_Dekade

 

Der Rotmilan (Milvus milvus) gilt als heimlicher Wappenvogel Deutschlands. Warum? Über die Hälfte aller Rotmilane lebt in Deutschland. Aus diesem Grund hat Deutschland eine besondere Verantwortung für diese Art.

Jedoch ist das Überleben der Rotmilane nicht gesichert, im Gegenteil - seit den 1990er Jahren hat die Anzahl der bei uns brütenden Paare um mehr als ein Drittel abgenommen!

Die Gründe für den Rückgang haben vor allem mit der Landwirtschaft zu tun. Eine ausgeräumte und intensiv bewirtschaftete Landschaft macht es dem Rotmilan zum einen schwer Bruthabitate zu finden, vor allem aber oft unmöglich genügend Nahrung für sich und die Aufzucht seiner Jungen zu erbeuten.

 

Umgesetzt wird das Projekt Rotmilan - Land zum Leben durch den Zusammenschluss von Landschaftspflegeverbänden und Akteuren aus Wissenschaft und Naturschutz.

Mit dem Projekt sollen diese Konfliktpunkte vor allem durch die naturschutzfachliche Beratung der Landwirte aufgegriffen und durch die gemeinsame Planung und Umsetzung praktischer Maßnahmen der Schutz und Erhalt dieser seltenen Vögel möglich gemacht werden.

 

 

Das Projektgebiet beinhaltet insgesamt ca. 1.160 ha. Für die Kartierung und Maßnahmenplanung wurde ein kleineres Gebiet von ca. 300 ha ausgewiesen.

Das ausgewählte Maßnahmengebiet umfasst das Vogelschutzgebiet SPA Nr. 17 "Ackerhügelland nördlich Weimar mit Ettersberg" mitsamt dem nördlichen und nordöstlichen Umfeld.

 

Eine besondere Rolle im Projekt spielen:

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit
 

Den Schwerpunkt der im Projekt umgesetzten praktischen Maßnahmen spielt die Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit für die Greifvögel. Denn das Nahrungsangebot- und vor allem die Nahrungsverfügbarkeit haben großen Einfluss auf den Rotmilanbestand und die mögliche Erhöhung. Da die Rotmilane vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ihre Beutetiere erjagen, muss die Nutzung den Zielen des Schutzes angepasst werden. 

 

Schwerpunkte hierbei sind:

  • der Feldfutteranbau
  • die Anlage und Bewirtschaftung von Ackerbrachen
  • die Anlage und Erhaltung von Strukturelementen im Ackerland
  • eine extensiven Dauergrünlandbewirtschaftung sowie eine
  • eine feldhamstergerechte Ackerbewirtschaftung

 

 

 

 

 

Die Brutbestandserfassung

 

Im Kontrollgebiet werden die Rotmilane beim Bau der Horste kartiert und während der Brut beringt und mit Flügelmarken versehen, um bei einem Wiedersehen- oder fang erkennen zu können, ob, wo und wann der Vogel schon einmal gefangen wurde. Die Brut wird weiterhin beobachtet, um die Entwicklung der Küken, aber auch eventuelle Ausfälle (sollten die Eier unbefruchtet sein) oder Verluste (durch Prädatoren) zeitnah aufnehmen zu können.

Neben den Altvögeln werden auch den kartierten Jungvögeln kurz vor dem Ausflug aus dem Horst ein Ring und Flügelmarken angebracht. So lässt sich über die Jahre die Entwicklung der Populationen im Gebiet nachvollziehen.

 

Neben den Ringen und Marken werden einige Rotmilane jährlich mit Sendern versehen, um genauere Informationen zu ihrem Verhalten, ihren Bewegungen bei z.B. der Nahrungssuche und den Wanderungen zu erhalten.

 

Zusätzlich werden an wenigen ausgewählten Nestern unauffällige Wildkameras angebracht, um die Fütterung der Jungtiere, das Verhalten der Vögel oder mögliche Verluste des Geleges (durch Fressfeinde) noch genauer untersuchen zu können, ohne die Tiere in ihrer Lebensweise zu beeinträchtigen. Hier hat sich gezeigt, dass Rotmilane oft Nahrung aus der menschlichen Umgebung nutzen, so sind schon Butterbrote und Koteletts auf dem "Teller" der Jungvögel gelandet (Rotmilane füttern Abfall vom Menschen).

 

 

 

 

Schutz und Erhalt der Bruthabitate

 

Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Brut der Rotmilane ist der Schutz vor Beeinträchtigungen, Störungen oder gar der Beseitigung von Horsten. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Forst hat eine große Bedeutung, da die Horstbäume oft inmitten von bewirtschafteten Waldgebieten liegen. Hierfür bietet das ELER auch in dieser Förderperiode die Möglichkeit Habitatbäume zu sichern.

 

Auch Windkraftanlagen (WKA) stellen eine mögliche Bedrohung für die Greifvögel dar. Neben dem Mäusebussard auf Platz 1 ist der Rotmilan als zweithäufigste Vogelart von Kollisionen mit Windkraftanlagen betroffen. Die Kollision mit Windrädern zählt mittlerweile zu den häufigsten direkten Todesursachen der Rotmilane, da die Milane die kurze Vegetation unter den Windrädern nutzen um zu jagen. Aus diesem Grund sind die Mindestabstände von 1.500 m von WKAs zu Brutplätzen unbedingt einzuhalten und der Umkreis von 4.000 m um Brutplätze sollte als Nahrungsraum und als Flugkorridor freigehalten werden.

Auch Hoch- und Mittelspannungsleitungen sind eine potenzielle Gefahr, da die Vögel mit den Leitungen kollidieren oder  an ungesicherten Masten tödliche Stromschläge erleiden können. Auffällige Markierungen bzw. die sichere Isolierung der Masten können diese Gefährdung jedoch reduzieren.

 

Ein weiterer Grund für mögliche Brutverluste sind Prädatoren oder Fressfreinde. Habicht, Uhu, Baummarder oder auch Waschbären können ein für den Moment unbewachtes Nest ausrauben und die Jungtiere töten. Um den tatsächlichen Einfluss der kletternden Prädatoren, wie dem Waschbären, erkennen und mögliche Maßnahmen zum Schutz des Gelege finden zu können, wurde im Jahr 2016 damit begonnen ausgewählte Brutbäume mit Baummanschetten zu versehen, an denen Prädatoren nicht herauf klettern können.

 

 

Maßnahmen zur Verbesserung von Bruthabitaten
 

Um den Rotmilanbestand langfristig erhalten zu können, werden die bestehenden Habitate geschützt und erhalten. Im Gebiet jedoch bilden die einzigen potenziellen Bruthabitate monotone Baumreihen, welche oft zum Großteil aus Hybridpappeln bestehen und die Überbleibsel der Windschutzpflanzungen aus Zeiten der DDR darstellen. Diese jedoch sind zunehmend überaltert und werden anfällig für Krankheiten und Windbruch und gehen nach und nach verloren. So werden die Bedingungen für den Rotmilan zusätzlich erschwert. Aus diesem Grund wird für das Projekt versucht die Strukturen umzuwandeln und Neupflanzungen vorzunehmen. Zusätzlich wird dies im Gebiet über beispielsweise Projekte des ENL zur langfristigen Sicherung des Angebots von Nistmöglichkeiten für den Rotmilan erreicht.

 

 

 

 

 

 

Projektpartner:

 

DVL - Deutscher Verband für Landschaftspflege (Gesamtkoordination)

 

 

DDA - Dachverband Deutscher Avifaunisten (Wissenschaftliche Untersuchung zu Nahrung, Brutrfolg und Raumnutzung sowie Evaluation der Schutzmaßnahmen)

 

Deutsche Wildtier Stiftung (Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation nach außen)

 

Neun Praxispartner vor Ort in sieben Bundesländern für die Naturschutzfachliche Beratung der Landnutzenden und Erfassung des Brutbestandes:

Biologische Stationen Rhein-Berg und Oberberg

Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V.

Kurt und Erika Schrobach-Stiftung

LPV Mittelthüringen e.V.

LPV LK Göttingen e.V.

LPV Mencklenburger Endmoräne e.V.

LPV Nordwestsachsen e.V.

LPV Sternberger Endmoräne e.V. und

LPV Uckermark-Schorfheide e.V.

 

 

 

 

Gefördert wird das Projekt durch: