normale Schrift einschaltengroße Schrift einschaltensehr große Schrift einschalten
 
 

Helm-AzurjungferprojektEFRE_Logo

Das ENL-Projekt „Sicherung und Stabilisierung von Beständen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) im Landkreis Sömmerda“ startet im August 2016.
 

 

Lebenszyklus
Die Helm-Azurjunger ist eine etwa 3 cm kleine blau-schwarze (Männchen) bzw. grau-schwarz bis gelb-grüne (Weibchen) gezeichnete Libelle (Odonata). Ihren Namen erhielt die Helm-Azurjungfer durch eine Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibsegment, das an einen „Merkurhelm“ erinnern soll. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat die Helm-Azurjungfer im mediterranen Bereich, aber auch in Deutschland gibt es einige Vorkommen der Art. Thüringen bildet die Verbreitungsgrenze in Nord-Ost-Deutschland.
Im Sommer lässt sich die Helm-Azurjungfer an langsam fließenden und gut besonnten Gewässern beobachten. Wichtig ist ein hoher Sauerstoffgehalt des Wassers, eine hohe Wassertemperatur im Sommer sowie Eisfreiheit im Winter, daher sind es meist quell- oder grundwasserbeeinflusste Fließgewässer, welche als Lebensraum für die Helm-Azurjungfer in Frage kommen. Wesentlich für den etwa 2-jährigen Lebenszyklus ist eine reiche wintergrüne Unterwasservegetation (z.B. Berula erecta, Nasturtium officinale). des Gewässers. Die adulten Weibchen stechen die Eier in unter Wasser gelegene Pflanzenteile hinein. Nach etwa 12 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern und nutzen die submerse Vegetation als Versteck und lauern hier auf ihre Beute (z.B. Mückenlarven).

 

 

HAJ

 

 

Schutzstatus
Die Helm-Azurjungfer ist in der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten deutschlandweit als „vom Aussterben bedroht“ und in Thüringen als „stark gefährdet“ eingestuft. Geschützt wird die Helm-Azurjungfer als Anhang II-Art der FFH-Richtlinie. Diese besagt, dass „extra Schutzgebiete einzurichten sind“. In Mittelthüringen konnten bereits mehrere FFH-Gebiete zum Schutz der Helm-Azurjungfer eingerichtet werden (z.B. FFH-Gebiet „Gräben im Großen Ried“).

 

Habitatverlust
Das ursprüngliche Habitat dieser Libelle waren Auen und Kalkquellmoore. Da dieser Lebensraum heute allerdings kaum noch existiert besiedelt die Helm-Azurjungfer heute meist kleinere Fließgewässer und künstlich entstandene Gräben die oben beschriebene Kriterien aufweisen. Leider schrumpft die Anzahl an geeigneten Habitaten immer mehr. Zum einen durch eine zu hohe Gewässerunterhaltung, wie das Ausbaggern der Gewässersohle, oder weit häufiger im Falle von landwirtschaftlichen Gräben, durch eine zu geringe bis keine Gewässerunterhaltung. Künstlich angelegte Gräben, ursprünglich zur Be- oder Entwässerung von landwirtschaftlichen Flächen, müssen konstant unterhalten werden um einer Verlandung zu entgehen. Dies ist allerdings meist nicht mehr der Fall. Ohne Unterhaltung nimmt die Fließgeschwindigkeit des Gewässers ab oder der Graben fällt komplett trocken. Die Böschungen und die Gewässersohle verschilfen und verbuschen, so dass kein Sonnenlicht mehr in das Gewässer vordringt und somit auch keine Unterwasservegetation ausgebildet werden kann.
 

 

Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Habitate
Im Rahmen des von der Europäischen Union und des Freistaats Thüringen geförderten Projekts wurden verschiedene Gräben (circa 9 km) im Landkreis Sömmerda ausgewählt, an denen ein Verkommen der Helm-Azurjungfer in den letzten Jahren bestätigt wurde. An vielen Stellen war der Bestand auf Grund von schlechten Habitatbedingungen schon stark zurückgegangen. Aus diesem Grund führte der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. verschiedenste Maßnahmen durch um den Bestand der Helm-Azurjungfer an diesen Gräben zu sichern bzw. wiederherzustellen.
Um eine möglichst hohe Besonnung des Gewässers herzustellen wurden Entbuschungen und Baumpflegearbeiten sowie eine Böschungsmahd durchgeführt. Hier wird nur einseitig, vornehmlich an der Südseite des Gewässers, gearbeitet um die Störung anderer Tierarten so gering wie möglich zu halten und eine heterogene Vegetationsstruktur zu erhalten.
Für die Sicherstellung einer ausreichenden Wasserführung und Fließgeschwindigkeit wurde eine Stromrinnenmahd, also eine Krautung der Mittelgasse des Gewässers, durchgeführt. Hier wurden vor allem stark verschilfte Bereiche bearbeitet wo in Zukunft, mit etwas Glück, eine reiche, wintergrüne Unterwasservegetation heranwachsen soll.
An Grabenabschnitte die bereits komplett verlandet sind oder nahezu vollständig verschilft sind wurde eine Räumung der Gewässersohle durchgeführt. Diese ist allerdings immer nur als „letzte Option“ anzuwenden, da sie den größten Eingriff in das Gewässer darstellt.
Neben den aktiven Pflegemaßnahmen werden Optionen erdacht eine konstante Gewässerpflege aufrecht zu erhalten. Hier werden vor allem Gemeinden und Agrargenossenschaften angesprochen.
 
 

Ausblick

Die vom Landschaftspflegeverband „Mittelthüringen“ e.V.“ durchgeführten Maßnahmen werden die Habitate der Helm-Azurjungfer auf kurze Sicht hin eindeutig verbessern. Allerdings ist es langfristig notwendig die Gräben konstant zu unterhalten um einen Rückfall in den aktuellen Zustand zu verhindern. Hier ist es wichtig die Zuständigen, die in der Pflicht der Gewässerunterhaltung stehen, zu beraten und zu motivieren. Gewässerentwicklungspläne, also ein grabenübergreifendes Unterhaltungskonzept das Unterhaltungsrythmen und –intensitäten vorgibt, sollte für alle Gewässer angestrebt werden.

 

Informationsmaterial

Flyer zur Helm-Azurjungfer und angepasster Gewässerpflege

 

 
Gefördert wird das Projekt durch:

EFRE_Logo

 

 

 

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete

TMUEN

normale Schrift einschaltengroße Schrift einschaltensehr große Schrift einschalten
 
 

Helm-AzurjungferprojektEFRE_Logo

Das ENL-Projekt „Sicherung und Stabilisierung von Beständen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) im Landkreis Sömmerda“ startet im August 2016.
 

 

Lebenszyklus
Die Helm-Azurjunger ist eine etwa 3 cm kleine blau-schwarze (Männchen) bzw. grau-schwarz bis gelb-grüne (Weibchen) gezeichnete Libelle (Odonata). Ihren Namen erhielt die Helm-Azurjungfer durch eine Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibsegment, das an einen „Merkurhelm“ erinnern soll. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat die Helm-Azurjungfer im mediterranen Bereich, aber auch in Deutschland gibt es einige Vorkommen der Art. Thüringen bildet die Verbreitungsgrenze in Nord-Ost-Deutschland.
Im Sommer lässt sich die Helm-Azurjungfer an langsam fließenden und gut besonnten Gewässern beobachten. Wichtig ist ein hoher Sauerstoffgehalt des Wassers, eine hohe Wassertemperatur im Sommer sowie Eisfreiheit im Winter, daher sind es meist quell- oder grundwasserbeeinflusste Fließgewässer, welche als Lebensraum für die Helm-Azurjungfer in Frage kommen. Wesentlich für den etwa 2-jährigen Lebenszyklus ist eine reiche wintergrüne Unterwasservegetation (z.B. Berula erecta, Nasturtium officinale). des Gewässers. Die adulten Weibchen stechen die Eier in unter Wasser gelegene Pflanzenteile hinein. Nach etwa 12 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern und nutzen die submerse Vegetation als Versteck und lauern hier auf ihre Beute (z.B. Mückenlarven).

 

 

HAJ

 

 

Schutzstatus
Die Helm-Azurjungfer ist in der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten deutschlandweit als „vom Aussterben bedroht“ und in Thüringen als „stark gefährdet“ eingestuft. Geschützt wird die Helm-Azurjungfer als Anhang II-Art der FFH-Richtlinie. Diese besagt, dass „extra Schutzgebiete einzurichten sind“. In Mittelthüringen konnten bereits mehrere FFH-Gebiete zum Schutz der Helm-Azurjungfer eingerichtet werden (z.B. FFH-Gebiet „Gräben im Großen Ried“).

 

Habitatverlust
Das ursprüngliche Habitat dieser Libelle waren Auen und Kalkquellmoore. Da dieser Lebensraum heute allerdings kaum noch existiert besiedelt die Helm-Azurjungfer heute meist kleinere Fließgewässer und künstlich entstandene Gräben die oben beschriebene Kriterien aufweisen. Leider schrumpft die Anzahl an geeigneten Habitaten immer mehr. Zum einen durch eine zu hohe Gewässerunterhaltung, wie das Ausbaggern der Gewässersohle, oder weit häufiger im Falle von landwirtschaftlichen Gräben, durch eine zu geringe bis keine Gewässerunterhaltung. Künstlich angelegte Gräben, ursprünglich zur Be- oder Entwässerung von landwirtschaftlichen Flächen, müssen konstant unterhalten werden um einer Verlandung zu entgehen. Dies ist allerdings meist nicht mehr der Fall. Ohne Unterhaltung nimmt die Fließgeschwindigkeit des Gewässers ab oder der Graben fällt komplett trocken. Die Böschungen und die Gewässersohle verschilfen und verbuschen, so dass kein Sonnenlicht mehr in das Gewässer vordringt und somit auch keine Unterwasservegetation ausgebildet werden kann.
 

 

Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Habitate
Im Rahmen des von der Europäischen Union und des Freistaats Thüringen geförderten Projekts wurden verschiedene Gräben (circa 9 km) im Landkreis Sömmerda ausgewählt, an denen ein Verkommen der Helm-Azurjungfer in den letzten Jahren bestätigt wurde. An vielen Stellen war der Bestand auf Grund von schlechten Habitatbedingungen schon stark zurückgegangen. Aus diesem Grund führte der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. verschiedenste Maßnahmen durch um den Bestand der Helm-Azurjungfer an diesen Gräben zu sichern bzw. wiederherzustellen.
Um eine möglichst hohe Besonnung des Gewässers herzustellen wurden Entbuschungen und Baumpflegearbeiten sowie eine Böschungsmahd durchgeführt. Hier wird nur einseitig, vornehmlich an der Südseite des Gewässers, gearbeitet um die Störung anderer Tierarten so gering wie möglich zu halten und eine heterogene Vegetationsstruktur zu erhalten.
Für die Sicherstellung einer ausreichenden Wasserführung und Fließgeschwindigkeit wurde eine Stromrinnenmahd, also eine Krautung der Mittelgasse des Gewässers, durchgeführt. Hier wurden vor allem stark verschilfte Bereiche bearbeitet wo in Zukunft, mit etwas Glück, eine reiche, wintergrüne Unterwasservegetation heranwachsen soll.
An Grabenabschnitte die bereits komplett verlandet sind oder nahezu vollständig verschilft sind wurde eine Räumung der Gewässersohle durchgeführt. Diese ist allerdings immer nur als „letzte Option“ anzuwenden, da sie den größten Eingriff in das Gewässer darstellt.
Neben den aktiven Pflegemaßnahmen werden Optionen erdacht eine konstante Gewässerpflege aufrecht zu erhalten. Hier werden vor allem Gemeinden und Agrargenossenschaften angesprochen.
 
 

Ausblick

Die vom Landschaftspflegeverband „Mittelthüringen“ e.V.“ durchgeführten Maßnahmen werden die Habitate der Helm-Azurjungfer auf kurze Sicht hin eindeutig verbessern. Allerdings ist es langfristig notwendig die Gräben konstant zu unterhalten um einen Rückfall in den aktuellen Zustand zu verhindern. Hier ist es wichtig die Zuständigen, die in der Pflicht der Gewässerunterhaltung stehen, zu beraten und zu motivieren. Gewässerentwicklungspläne, also ein grabenübergreifendes Unterhaltungskonzept das Unterhaltungsrythmen und –intensitäten vorgibt, sollte für alle Gewässer angestrebt werden.

 

Informationsmaterial

Flyer zur Helm-Azurjungfer und angepasster Gewässerpflege

 

 
Gefördert wird das Projekt durch:

EFRE_Logo

 

 

 

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete

TMUEN

laufende Projekte
 

Rotmilan - Land zum Leben

2015 bis 2019

 

Rotmilanprojekt Teilprojekt 2

2016 bis 2020

 

Rotmilanprojekt Teilprojekt 3

2018 bis 2020

 

Helm-Azurjungferprojekt

2016 bis 2019

 

Biodiversitätsberatung

2018 bis 2019

 

BfN-Projekt Feldhamsterland

2018 bis 2023

 

[ mehr ]