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Von der Wurzel bis zur Frucht: Welches Pflanzgut brauchen wir? Streuobstwiesenfachtag in Erfurt

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Streuobstwiesen-Fachtag in Erfurt: 

Ein Blick auf die klimaresilienten Streuobstwiesen von morgen

 

Erfurt. Beim Streuobstwiesen-Fachtag auf der Schwedenschanze erhaschten 50 weitsichtige Teilnehmende einen Blick in die Zukunft der heimischen Streuobstwiesen – einem Lebensraum, der mit bis zu 5.000 Arten zu den Hotspots der Biodiversität zählt.

 

Spätfröste im Frühjahr, extreme Temperaturereignisse im Sommer und Dürreperioden: der Klimawandel ist zunehmend spürbar und stellt den Naturschutz und die Landwirtschaft vor große Herausforderungen: Wie können wir die Streuobstwiesen in Thüringen – mit 5000 Arten Hotspots der Biodiversität - auch in Zukunft bestehen? Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis haben ihre Ergebnisse und Erkenntnisse vorgestellt und sind mit 50 interessierten Teilnehmenden in einen intensiven fachlichen Austausch getreten.

 

Der Thüringer Umweltminister Tilo Kummer und der Beigeordnete für Bau, Verkehr und Umwelt der Stadt Erfurt Matthias Bärwolff haben sich den Fragen des Publikums gestellt.

„Wir werden Streuobstwiesenpflege neu denken müssen“, so Catharina Borowski vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen. „Klimaresiliente Wurzelunterlagen und Veredlungssorten werden in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, wobei hier noch großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht. Auch neue Obstarten wie Maulbeeren oder Wildobst können auf die Streuobstwiesen von morgen Einzug halten. Zudem können direkt auf der Fläche eingesäte Jungpflanzen eine Alternative zu Baumschulware darstellen. Wenn die Unterlagenpflanzen bereits auf ihrem Lebensstandort keimen, dringt ihre Pfahlwurzel tiefer ins Erdreich hinein und erreicht so möglicherweise noch wasserführende Schichten,“ so die Leiterin der Streuobstprojekte des Landschaftspflegeverbands.

 

„Es braucht Rechtssicherheit bei der Anwendung des Thüringer Handlungskonzeptes Streuobst, fundiertes Fachwissen bei all denen, die Streuobstwiesen selbst pflegen oder pflegen lassen. Und nicht zuletzt braucht es Fördermittel, die auch in Zukunft mindestens auf dem derzeitigen Niveau zur Verfügung stehen.“, so Geschäftsführerin der GRÜNEN LIGA Thüringen Grit Tetzel.

 

Dies sind Kernforderungen aus dem gemeinsamen Positionspapier, das die Thüringer Verbände AbL, BUND, GRÜNE LIGA, Landschaftspflegeverband Mittelthüringen und NABU anlässlich des Fachtages erarbeitet haben. Stellvertretend für alle Verbände haben die Veranstalter das Positionspapier an Umweltminister Tilo Kummer übergeben.

 

Der Streuobstfachtag ist Bestandteil des EFRE-Projektes „Erhalt von Streuobstwiesen im Stadtgebiet Erfurt“, in dem der Landschaftspflegeverband Mittelthüringen gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Erfurt und der GRÜNE LIGA Thüringen arbeitet. Das Projekt wird aus Mitteln des Freistaates Thüringen und der Europäischen Union gefördert.